Unsere Gschichte
 

Dem Wunsch der Menschen, speziell in den Dörfern unseres Landes, gemeinsame Aktivitäten, gleich welcher Sportart, auszuüben, wurde auch in Frelsdorf schon vor der Jahrhundertwende entsprochen. In den Jahren 1896/1899 wurde neben der Strecke Geestemünde-Cuxhaven auch die Bahnlinie Geestemünde-Stade/Buchholz gebaut.
 

Aus mündlicher Überlieferung geht hervor, daß schon zu diesem Zeitpunkt, also vor der Jahrhundertwende, Schießsport in Frelsdorf betrieben wurde.

Auf einer Weide, hinter der derzeitigen Gaststätte v. Soosten, heute Köster, Frelsdorfermühlen, übten junge Männer diesen Sport aus. Geschossen wurde mit Vorderlader, die Bleikugeln goß man sich selbst. Als Deckung hatte man einen Wall errichtet, und wenn einmal ein Schuß sein Ziel verfehlt hatte, half der Bahndamm aus, der durch das tiefliegende Niveau der Bahngleise eine beträchtliche Höhe hatte.
 

Im Jahre 1920 übernahm der Landwirt Meyer das Anwesen und hielt auch den Schankbetrieb seines Vorgänger neben der Landwirtschaft noch einige Jahre aufrecht.
 

Die Gaststätte war auch vor der Zeit des Bahnbaues Anlaufstation der Postkutsche, die für die Beförderung der Reiselustigen von Geestemünde nach Bremervörde sorgte. In Frelsdorfermühlen wurden die Pferde gefüttert und nach Bedarf gewechselt. Die Postillons nutzten die Pause für eine Mahlzeit im Gastraum.
 

Wie lange man an dieser Stätte dem Schießsport nachging, läßt sich nicht genau belegen. Im Jahre 1898 kam Johann Wohlers sen. Nach Frelsdorf, baute am Bahnhof ein Wohnhaus und ein Wirtschaftsgebäude, betrieb zunächst Landwirtschaft und gründete nach Aufnahme des Bahnbetriebs im Jahre 1899 eine Gaststätte. Dort wurden u. a. Auch die Fahrkarten für den Zugbetrieb verkauft. Im Jahre 1911 wurde Johann Wohlers jun. Geboren. In der Zeit danach war die Gaststätte Vereinslokal für den Sportverein und den Radfahrerverein.
 

Der Kriegerverein, der eigentliche Vorläufer des heutigen Schützenvereins, wurde am 01.03.1919 gegründet. Dessen Vereinslokal war zunächst die Gaststätte Ficken in Frelsdorf, aber Mitte der zwanziger Jahre bauten die Mitglieder des Kriegervereins auf dem Grundstück des Gastwirtes Wohlers einen Schießstand, der den damals geltenden Auflagen entsprach. Dieser Stand befand sich derzeit parallel zur heutigen Elbinger Straße.

Die Anzeige bestand aus einem tiefen Graben, in dem sich die Anzeiger sicher bewegen konnten. Die Scheiben, damals schoß man auf 12er Scheiben, waren auf einem Holzrahmen befestigt, der in der Höhe zu verschieben ging. Mittels einer Kelle wurde dem Schützen das Schußergebnis und die Einschußrichtung angezeigt. Geschossen wurde mit K.K.-Gewehren.
 

Vereinslokal war nunmehr die Gaststätte Wohlers, in der regelmäßig vierteljährlich die Versammlungen abgehalten wurden. Deren Aufzeichnungen in den Protokollbüchern lassen auf ein aktives Vereinsleben schließen. Nikolaus Wohlers war lt. 2. Buch, leider fehlt das 1. Buch, von 1926 bis 1942 1. Vorsitzender des Kriegervereins.

Von Interesse ist beim Lesen der Bücher der politische Einfluß auf den Verein ab 1933.
 

Während des 2. Weltkrieges von 1939 bis 1945, dem leider auch viele junge Männer unseres Dorfes zum Opfer fielen, erstarrte auch in Frelsdorf das Vereinsleben. Nur glücklichen Umständen ist es zu verdanken, daß unter anderem auch unser Dorf von den Wirren des Krieges weitgehend verschont blieb. Dafür gab es in den Wochen und Monaten nach Anfang Januar 1945 einen Zeitraum des Zusammenrückens, denn viele Menschen aus den Ostgebieten unseres Vaterlandes mußten aufgenommen werden. Aber gerade die Integrierung dieser Menschen wirkte sich auch auf das Vereinsleben in Frelsdorf sehr positiv aus, trugen sie doch in vergeblichem Maße an der Weiterführung bzw. Neugründung der Vereine in unserer Ortschaft bei.
 

Neugründung des Schützenvereins Frelsdorf

Am 30. Oktober 1949 bekundeten ca. 30 Männer von Frelsdorf ihr Interesse an der Neugründung des Schützenvereins. Die Zusammenarbeit fand in der Gaststätte Wohlers am Bahnhof statt.

Anwesend war u. a. Auch der Rechtsanwalt und Notar Karl v. d. Ohe, der bei der Festlegung der zu erarbeitenden neuen Satzung die juristisch erforderliche, schriftliche fixierte Ordnung umsetzte.
 

Neben der Satzung wurde ein Reglement des aktiven Vereins aufgestellt, hieraus ein Auszug:
 

A. Uniform
Bei sämtlichen Veranstaltungen des Schützenvereins, insbesondere bei Umzügen und bei sämtlichen Auftritten des Vereins in der Öffentlichkeit ist die Uniform zu tragen.

Diese besteht aus einem grau/grünen Hut mit Feder und einer grünen Jacke, die einheitlich zu bestimmen ist. Sobald gewehre frei sind und soweit vorhanden, sollen die Mitglieder mit Gewehr antreten. Der Hauptmann und die Leutnante sollen mit Koppel und Säbel antreten.

Die Fahnenträger sollen eine grün-weiße Schärpe tragen. Der Vorreiter trägt eine grün-weiße Schärpe und eine Hallebarde. Für den König wird eine Königskette angefertigt.

B. Ablauf des Schützenfestes
8:00 Uhr morgens Antreten im Vereinslokal durch den Leutnant. Der Hauptmann übernimmt das Bataillon zu Pferde am Vereinslokal. Kurze Ansprache des Hauptmanns.

Beginn des Umzuges

Aufstellung:
 
Der Herold reitet vorweg, anschließend die Musikkapelle, anschließend der Hauptmann zu Pferde. Darauf folgt der Fahnenträger mit Vereinsfahne.

  1. Gruppe: Der Bürgermeister mit 2 Vertretern der Gemeinde

  2. Gruppe: Der König mit 1. und 2. Minister

  3. Gruppe: 3 Schützen mit Gewehr und Blumen in den Läufen, links daneben der Leutnant, der den Zug führt. In der Mitte des Zuges die Traditionsfahne. Es folgt die zu gründende Jugendgruppe mit Zugführer. Der Zug wird abgeschlossen durch die Kutschwagen der Ehrenmitglieder und Veteranen.

Der Schießstand war zu dieser Zeit noch auf dem Gelände parallel zur Elbinger Straße. Dieser war damals noch nicht den heute üblichen Auflagen unterlegen. Das Luftgewehrschießen, das Vogelstechen der Frauen und die Kinderbelustigungen wurden in den Gartenanlagen des Vereinswirtes durchgeführt. 

Die Bereitschaft, dem Schützenverein beizutreten, wuchs ständig. Bis Ende 1951 hatten fast 90 Männer ihre Mitgliedschaft bekundet. Ausschlaggebend dafür war unter anderem das Vorhaben des Vereins, einen neuen Schießstand zu bauen.

Auf der Mitgliederversammlung am 14.09.1951 wurde der Vorstand ermächtigt, sich mit der Gemeinde in Verbindung zu setzen zwecks Anlage eines Schießstandes auf dem toten Gemeindeweg, parallel gelegen zum heutigen Sportplatz und der Bahnlinie, Flur 9 Parzelle 528/413. Nach der Einigung mit der Gemeinde wurde eine Zeichnung angefertigt, die leider nicht mehr bei den Akten ist. Seitens des Vorstandes war man rege tätig, und auf der Generalversammlung am 26.01.1952 wurden die Mitglieder zur tatkräftigen Mitarbeit aufgefordert. Aufgrund der günstigen Bodenbeschaffenheit, es war überwiegend Sand zu bewegen, konnte der Schießstand im Sommer 1954 in Betrieb genommen werden. Ausgelegt war der Stand für 6 Stände. Deckung und Anzeige glich der Anlage an der Elbinger Straße.

Wenn man bedenkt, dass technische Hilfsmittel kaum zur Verfügung standen, das Erdreich musste fast ausschließlich von Hand bewegt werden, muss man diese Leistung durchaus würdigen.

Bezugnehmend auf Getränke musste man sich aber Zurückhaltung auferlegen, denn lt. Versammlungsbeschluss durfte pro Arbeitstag max. 2 Flaschen Korn ausgeschenkt werden. Das wiederum lässt aber auch auf eine sparsame Kassenführung schließen, die in einem gut geführten Verein oberstes Gebot sein muss.
 

Trotz erheblicher Belastung der Vereinskasse durch die Anschaffung von Kleinkalibergewehren und eines Waffenschrankes, für deren Unterbringung, stimmte eine außerordentliche Versammlung der Anschaffung einer Vereinsfahne zu. Am 25.07.1955 wurde ein Kaufvertrag mit der Fa. Sander in Delmenherst unterzeichnet. Beschriftung und Symbole wurden schon im, Jahr 1950 festgelegt, erneut diskutiert, und wie damals beschlossen, in Auftrag gegeben.
 

Die neue Vereinsfahne wurde im Friihjahr 1956 unter Beteiligung der geladenen Nachbarvereine mit ihren Fahnen von dem Präsidenten des Schützenkreises, Herrn Karl Lütjen, Loxstedt, geweiht.

Die Aktivitäten des Vereins setzten sich auch in den kommenden Jahren unter der Führung des 1. Vorsitzenden Siegfried von der Ohe gemäß der festgelegten Programme fort.
 

Weitere Jahre gingen ins Land, und immer mehr wuchs der Wunsch, dem Schießstand an der Bahn ade zu sagen. Alle hatten mit erheblichen Missständen zu kämpfen. Der Schießstand war, ausgehend vom Mitgliederzuwachs und Fehlender technischer Einrichtungen, vorhanden waren weder Strom noch Wasser, den Ansprüchen nicht mehr gewachsen.
 

Folgerichtig wurde auf der Generalversammlung am 14.01.1959 über den Bau des heutigen Schießstandes diskutiert. Nicht unwesentlich für diese Erkenntnis war die Tatsache, daß das Bundesschießen 1961 nach Geestenseth verlegt werden musste. Träger dieser Veranstaltung blieb aber der Schützenverein Frelsdorf.
 

Auf der Jahreshauptversammlung am 27.01. 1962 wurden die Weichen für den Bau des heutigen Schießstandes gestellt. Siegfried von der Ohe wollte die Verantwortung für das neue Bauvorhaben nicht mittragen und trat, mit Schreiben vom 29.01.1963, von seinem Posten zurück. Nun bestand Handlungsbedarf, und auf einer außerordentlichen Generalversammlung wurde der bisherige 2. Vorsitzende Hans Rautenberg zum 1. Vorsitzenden gewählt. Am 13.09.1963 wurde ein Pachtvertrag zwischen dem Gastwirt J. Wohlers und dem Schützenverein unterzeichnet. Die Zeichnung für das Gebäude wurde von dem Architekten Horst Baesler kurzfristig erstellt und auch die behördlichen Formalitäten schnell erledigt. Somit konnte man mit den Arbeiten beginnen. Große Hürden taten sich aber bei den Erdarbeiten auf, denn größtenteils musste Lehmboden bewegt werden. Hier half die gute Verbindung von Heinrich Timmermann zu der amerikanischen Besatzungsmacht in Bremerhaven, bei der er beschäftigt war. Fast zum Nulltarif half uns eine riesige Raupe, die umfangreichen Erdarbeiten in einigen Tagen zu erledigen. Ermutigt durch die großzügige Hilfe der Amerikaner ging man zugig zu Werke. Jede freie Stunde wurde seitens vieler Mitglieder aufgewendet, um den Schießstand möglichst schnell fertigzustellen. Die Maurer, unter der Anleitung von Hermann Wendt, setzten Stein auf Stein und unser Zimmerpolier Johann Jäger hatte alles im Griff, so das am 27.07.1963 Richtfest gefeiert werden konnte. Walter Hoffmann, Ludwig Wiebalk und Fritz Funk fertigten Fenster und Türen bei Grube in Heinschenwalde, der als Gönner des Vereins das Holz kostenlos dafür zur Verfügung stellte. Um die arg gebeutelte Kasse aufzufrischen, veranstaltete der Verein am 07.03.1964 auf Wohlers Saal ein großes Konzert mit der Bremerhavener Musikkapelle ,,Hülsen". Geladen waren dazu neben den örtlichen Vereinen 12 befreundete Schützenvereine. Dank grßer Resonanz konnte bitter benötigtes Geld der Vereinskasse zugeführt werden. Gleichzeitig wurde in dieser Zeit der Finanzknappheit die Idee mit den Bausteinen geboren. Der Verkauf des Darlehnspapier hatte insofern einen großen Erfolg, daß viele Darlehnsgeber im Laufe der nachfolgenden Jahre, als der Verein seinen Verpflichtungen, das Darlehen tilgen zu müssen, auf eine Rückzahlung verzichteten. Dafür ist an dieser Stelle allen Spendern noch ein großes Dankeschön zu sagen. Die Rohbauabnahme durch den Kreis erfolgte am 24.03.1964 und schon am 12.06.1964 konnte dank unermüdlichen Einsatzes der Vereinsmitglieder die Einweihung durch den Präsidenten des Schützenvereins, Karl Lütjen, Loxstedt, vollzogen werden. Neben allen örtlichen Vereinen nahmen alle geladenen Nachbarvereine mit ihren Fahnen an dem feierlichen Akt teil.
Die Schießanlage verfügt über 10 Stände und ist in seinen Ausmaßen bis zum heutigen Tage unverändert. In den ersten Jahren wurde auf automatische Scheiben geschossen, seit 1985 verfügt der Schießstand über moderne, elektrisch betriebene Seilzugscheiben. Die Jahre gingen ins Land, und die Schützenfeste blieben nach wie vor gesellschaftliche Höhepunkte im Dorfleben. Stolz kann der Verein auf die musikalische Begleitung seiner Festlichkeit sein. Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Debstedt ist seit 1971, und das Wulsdorfer Blasorchester seit 1973 ununterbrochen beim Schützenfest dabei. Während des Umzuges intonieren die Wulsdorfer am Ehrenmal bei der Kranzniederlegung zu Gedenken der gefallenen Kameraden beider Weltkriege das Lied vom alten Kameraden. Anschließend sorgen beide Kapellen in der Schützenhalle für Wogen der Begeisterung. Neben dem Hauptschützenfest waren die Musiker des öfteren bei außerordentlichen Festlichkeiten präsent. Nicht nur alle Schützinnen und Schützen waren froh und dankbar, wenn auch in Zukunft diese beiden exzellenten Klangkörper unsere Schützenfeste begleiten werden.
 

Unsere Musikkapellen

Einen großen Anteil am harmonischen Verlauf der Schützenfeste unseres Vereins hatte der Spielmannszug Debstedt unter der Stabführung von Jürgen Grund. Seit 1971 begleiteten uns die Musiker bei den Umzügen und tragen wesentlich zum Gelingen der Konzerte bei. Ebenfalls ein grßes Lob gebührt der Wulsdorfer Blaskapelle unter Stabführung von Lothar Reddig bzw. Gabi Lührssen. Diese exzellenten Musiker sind seit 1973 beim Umzug dabei und bescheren den Schützinnen und Schützen sowie allen Gästen nach dem Umzug in der Schießhalle Stunden geballten Frohsinns. Beiden Klangkörpern gebührt an dieser Stelle ein großes Dankeschön, verbunden mit dem Wunsch, dass die Musiker beider Kapellen auch in Zukunft Garant für Harmonie und Frohsinn bei unseren Schützenfesten sein mögen.
 

Nach einigen vergeblichen Anläufen wurde auf der Generalversammlung am 31.01.1975 die Damenriege gegründet. Erste Damensprecherin war Ellen Wiechmann. Schon recht bald erkannte man, dass diese Entscheidung richtig War, trugen doch die Damen wesentlich zur Harmonie innerhalb des Vereins bei. Zwangsläufig war aber gleichzeitig Handlungsbedarf angesagt, den es fehlte für die Damen die entsprechende Schießanlage. Da der Vereinswirt Reinhard Wohlers zunächst nicht bereit War, den erforderlichen Grund und Boden für einen Luftgewehrstand bereitzustellen, musste das Vorhaben, den Stand zu bauen, zunächst aufgegeben werden. Innerhalb der Vereinsführung gab es auf der Generalversammlung am 25.01.1980 einen Wechsel. Für den langjährigen und verdienstvollen 1. Vorsitzenden Hans Rautenberg wurde Heinrich Grafelmann an die Vereinsspitze gewählt. Das Vorhaben, ein Gebäude für den Luftgewehrstand zu bauen, änderte sich Ende 1984 zum Positiven. Nach einer Kostenanalyse entschloss man sich zum Bau der Anlage. Der Architekt Horst Baesler erstellte die Bauzeichnung, und nach der Genehmigung seitens der Behörde gingen die Schützen zügig zu Werke. Natürlich waren auch hier in erster Linie die Handwerker unter den Schützen gefragt.
 

Wen man bedenkt, dass solche Arbeiten nur in der Freizeit der Schützen durch gezogen werden kömmen, ist dieser Bauabschnitt recht schnell vollendet worden. Der Luftgewehrstamd, der am 10. 10.1987 eingeweiht werden konnte, verfügt über einem Aufenthaltsraum für div. Dinge, z. B. einem Schrank für Gewehre und auch Pokale sowie einige Tischgruppen für Versammlungen in kleinerem

Kreise. Elektrische Nachtspeicher-Heizkörper sorgen in der kaltem Jahreszeit für die richtige Temperatur. Der separat angeordnete eigentliche Luftgewehrstand verfügt über 10 elektrisch betriebene Seilzugscheibem. Die aktiven Schützinnen und Schützen nehmen seit Jahren an den Rundenwettkämpfem des Bundes der Geesteniederumg mit z. T. großem Erfolgen teil. Vor dem Bau des Luftgewehrstandes führte man das Schießen in dieser Disziplin auf dem Saal des Vereinswirtes Wohlers aus. Bei den Umzügen der befreundetem Schützen in Appeln, Geestenseth und Volkmarst ist eine Abordnung des Schützemvereins Frelsdorf präsent. Die Teilnahme beruht auf gegenseitigen Besuch. Am 02.02.1990 fand die letzte Generalversammlung des Schützenvereins in der Gaststätte des Vereinslokales Wohlers statt. Dieselbe wurde noch im gleichem Jahr geschlossen und stand zum Verkauf an.
 

Der Verein befand sich nunmehr in einer äußerst prekären Situation, und nur mit tatkräftiger Unterstützung der Samtgemeinde Beverstedt, vertreten durch den Samtgemeindedirektor, Herr Rebien, sowie der Gemeinde Frelsdorf, vertreten durch den Bürgermeister Herrn Wienberg, gelang eine Einigung, welche beide Partien gerecht wurde. Der Schützenverein hatte nunmehr den Status eines selbständigen Organs mit allen seinen Rechten und Pflichten. Lobenswert ist an dieser Stelle die umsichtige Führung des Vereins zu nennen, denn trotz schmaler Kasse entschlossen sich Vorstand und Mitglieder, den nunmehr benötigten Anbau mit Lagerraum, Küche, Toiletten und der damit erforderlichen Kläranlage zu erstellen. Die Bauzeichnung fertigte der Architekt Frank Schneider, und nach behördlicher Genehmigung konnte mit dem Bau begonnen werden. Es mangelte auch hierbei nicht an nötiger Motivation der Schützenbrüder, und jede vorhandene Freizeit wurde in den Anbau investiert. Alle Beteiligten, ob Frauen oder Männer, vor allem die Handwerker unter ihnen, gaben ihr Bestes, und im Jahre 1992 konnte der letzte Bauabschnitt in Betrieb genommen werden.
 

Um auch der Bevölkerung in der Gemeinde die Möglichkeit zu geben, ihre Treffsicherheit zu beweisen, findet alljährlich, 4 Wochen nach dem Hauptschützenfest, das Dorfschießen statt. Hierbei werden die Dorfkönigin oder der Dorfkönig ermittelt. Gleichzeitig wird den Jugendlichen und den Kindern die Möglichkeit geboten, sich am Schießen oder an vielerlei Spielen zu beteiligen. Denn wie beim Hauptschützenfest ist auch hier, neben dem Schießbetrieb, für Unterhaltung gesorgt. Glücksrad, Zielwerfen, Knobeln usw. garantieren für Kurzweil und attraktive Preise. Den Thekenbetrieb übernehmen bei allen Veranstaltungen Mitglieder des Vereins unentgeltlich. Für die Kaffeetafel, die bei keinem Fest fehlen darf, reichen die Schützendamen ihre Torten und den berühmten Butterkuchen von Bäckermeister Wiechmann aus Geesenseth. Alle Kuchen werden überwiegend kostenlos zur Verfügung gestellt und sorgen somit für eine zusätzliche Geldeinnahme. Am Tag nach dem Hauptschützenfest, einem Montag, findet alljährlich das traditionelle Katerfrühstück statt. Man 1äßt hierbei die letzten Tage Revue passieren, genießt lecker zubereitete Brötchen und sorgt dafür, dass die Bierfässer ihr Nettogewicht erreichen. All diese geselligen Höhepunkte wären ohne unsere Schützendamen kaum durchführbar, sorgen sie doch für die Vorbereitung und das Gelingen des harmonischen Zusammenseins. Der Schützenverein genießt neben allen aktiven Vereinen in der Gemeinde Frelsdorf einen großen Stellenwert und kann immer auf kommunale Unterstützung, sei es durch die Gemeinde oder überörtlich durch die Samtgemeinde Beverstedt und den Landkreis Cuxhaven, rechnen. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle gilt auch den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Frelsdorf, die wahrend der Umzüge für die nötige Sicherheit auf den Straßen sorgen. Nach l8 Jahren vorbildlicher Leistung des Schützenvereins legte Heinrich Grafelmann den Vorsitz in jüngere Hände, denn auf der Generalversammlung am 30.0l.1998 wurde Gerhard Wendt an die Vereinsspitze gewählt. In der Laudatio an den zurückgetretenen l. Vorsitzenden Heinrich Grafelmann gab es viele Worte des Dankes für seinen Einsatz, und als Zeichen der Anerkennung wurde ihm, wie seinem Vorgänger, Hans Rautenberg, ein Präsent überreicht. Gleichzeitig sprachen ihm die Schützen die Würde eines Ehrenpräsidenten zu. Der scheidende Vorsitzende wünschte seinem Nachfolger Gerhard Wendt eine stets glückliche Hand.

Dessen Autorität wurde auch gleich auf eine erste Probe gestellt, denn an der Schießanlage mußten erhebliche Renovierungen bzw. Erneuerungen vorgenommen werden. Die beiden Hochblenden wurden komplett abgerissen und mussten durch Blenden neuester Erkenntnis ersetzt werden. Gleichzeitig erneuerte man die altersschwach gewordene Abdeckung des Zielstandes. Auch die alten Schießklappen im Schießstand hatten ausgedient und wurden durch zweckmäßige Kunststoffjalousien ersetzt. Außerdem mussten viele Stunden aufgewendet werden, um den Schießstand sein ursprüngliches Gesicht zu geben, denn die Natur hatte im Laufe der Jahrzehnte für üppigen Baumwuchs gesorgt. Ab zufahren bzw. zu entsorgen waren 5 große Hänger voll mit Rundholz und über 20 Hänger gleichen Ausmaßes mit Buschwerk. Nur durch den selbstlosen Enthusiasmus der Vereinsmitglieder lassen sich solche Vorhaben in die Tat umsetzen. Ein großer Dank an dieser Stelle gebührt all denen, die bei der Erstellung der Bauten, der erforderlichen Einrichtungen und der jüngst vollzogenen Renovierung Hand angelegt haben. Der Schützenverein kann auf seine Schießanlage stolz sein, muss aber gleichzeitig sich bemühen, die Jugendlichen und die Kinder in die Aktivitäten der Gemeinschaft einzubinden, damit auch in Zukunft dieser Ort der Gemeinsamkeit mit Leben erfüllt wird.
 

Bis hierhin wurde dieser Text aus der Festzeitschrift zum 50. Jubiläum entnommen.

 

In gedenken der Helfer, wurde an der Wand im Schützenhaus diese Schrift angebracht:
Bild neben dem Eingang

Ausserdem wurde über dem Tresen eine weitere Schrift angebracht, die das Gemüt der Schützen wiederspiegelt.

 
 

Zeichnung über dem Tresen

Als Übersetzung:

"Schützenbrüder sind wir haben immer frohen Mut
und durstig sind wir immer das liegt uns so im Blut"
 

Diese Chronik wird noch erweiter werden müssen, da sich seit 1999 schon einiges getan hat. Hier sei erwähnt das wieder mit Hilfe der Schützenkameraden und Helfern das Dach auf der Schützenhalle erneuert wurde und auch teile der Decke in der Schützenhalle.

 Es wird noch weiter gehen und auch hier wird es noch einiges geben was wir euch mitteilen werden.